Hey Mama!

Hey Mama!

Da ist es- mein Baby! Nach 9 langen Monaten, die irgendwie viel zu schnell vorbei gegangen sind, halte ich sie jetzt endlich in meinen Armen. Sie ist so klein und zerbrechlich, dass ich sie am liebsten gar nicht mehr aus den Armen geben möchte und sie den ganzen Tag einfach nur anschauen möchte.

Als wir nach ein paar Tagen von der Klinik nach Hause kommen ist dort schon alles perfekt eingerichtet: Das Bettchen steht da. Die kleinen Bodys sind hübsch im Schrank aufeinandergestapelt. Einen Kinderstuhl haben wir auch schon und jede Menge andere Dinge, die ich in den vergangenen Monaten mit viel Kopfzerbrechen ausgewählt habe…

Stunden und tagelang habe ich mir überlegt ob Kinderwagen oder Tragetuch (beides), Schlafsack oder Bettdecke (Pucktuch), Bodys in rosa, weiss oder doch lieber blau? Und habe tausend Dinge angeschafft, die wir im Nachhinein nicht ein einziges Mal verwendet haben. 

Ich habe mir vorgestellt, wie MEIN Kind schon nach kurzer Zeit perfekt durschläft. Wie ich es anders und besser machen würde, als jede Mutter, die ich in den vergangene Monaten in Restaurants, Shops oder Parks beobachtet habe. Ich war mir sicher, dass ich NICHT die Mutter bin, die in der Öffentlichkeit stillt, nachgibt wenn das Kind quengelt oder auch nur ein einziges Mal den strengen Rhythmus, den ich mir selbst auferlegt habe durchbrechen würde… (Oh weh, was hab ich mir da nur gedacht…???)

Schon nach 24 Stunden mit dem Baby zu Hause habe ich gemerkt, dass ich mich all die Wochen und Monate völlig wirklichkeitsfremd mit hauptsächlich unwichtigen Dingen beschäftigt hatte und Vorstellungen vom Leben mit Baby hatte, die gar nicht erfüllbar sind… Dem Baby ist es nämlich völlig egal, welche Farbe der Body hat. . Das Baby hat auch schon vom ersten Moment eine eigene Persönlichkeit, die es zu respektieren gilt (deshalb mache ich nur ungestellte Babyfotos) und die perfekte Mutter (oder was auch immer die landläufige Vorstellung davon ist) gibt es sowieso nicht.

Und was dem baby wirklich wichtig ist ist einfach nur viel Zeit in den Armen seiner Mutter zu verbringen, essen und schlafen. Alles andere ist für dieses kleine Menschlein völlig unwichtig. Und mir war es plötzlich auch egal. Alles was für mich jetzt wichtig war, war dieses kleine Wesen bestmöglichst zu versorgen. Und zwar nicht mit dem schönsten Kinderwagen, Durchhalfen ab dem ersten Monat oder einem strengen Tages- oder Stillrythmus, sondern mit Liebe, Nähe und Zeit. 

Denn das ist es, was am Ende wirklich zählt: der Moment mit Deinem Kind. Und all diese kleinen Momente, die aneinander gereiht das Leben ausmachen… 

Mein erstes Baby und was wirklich wichtig ist

01/10/2020
 

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